Der Buchstabe G

 

Ganesha (auch Ganapati)

Beliebter hinduistischer Gott. Sohn von (>) Shiva und Parvati.
Jeder hinduistische Gottesdienst (Puja) beginnt mit einem Gebet an Ganesha. Er wird angebetet, wenn man Glück für den Weg oder eine Unternehmung braucht. Er steht für jeden Neuanfang und verkörpert Weisheit und Intelligenz.


Eine der vielen Legenden besagt:
Parvati, Shivas Ehefrau, Ganesha formte in Abwesenheit Shivas aus dem Lehm, mit dem sie ihren Körper eingerieben hatte, einen kleinen Buben, übergoss diesen mit Wasser aus dem Heiligen Fluss Ganges und erweckte ihn so zum Leben. Sie nannte ihn Ganesha und setzte ihn als Wache vor ihr Haus.
Als Shiva nach langer Reise zurück kam, versperrte Ganesha ihm pflichttreu den Weg. Shiva, der Ganesha nicht kannte, schlug ihm den Kopf ab und gelangte so ins Haus. Als Shiva bemerkte, dass er gerade Parvatis Sohn getötet hatte, befahl er seinen Dienern, den Kopf des ersten Lebewesens zu bringen, auf welches sie treffen würden. Dieses erste Lebewesen war ein Elefant, und dessen Kopf setzte Shiva auf Ganeshas Rumpf, um ihn ins Leben zurückzubringen.
Fazit: Auch Götter machen Fehler :-)

Ganges

Mutter Ganga, nennen die Inder ihren Heiligsten aller Flüsse.
Ein reinigendes Bad in der Ganga zu nehmen ist für Hindus eines der größten spirituellen Angelegenheiten. Oft werden hunderte von Kilometern gepilgert, um sich einer solchen heiligen rituellen Waschung unterziehen zu dürfen.
Ein Bad im Ganges reinigt von allen Sünden, gibt dem Frommen Segnung, heilt die Leiden der Kranken und gewährt den Sterbenden Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburt.
Mehr als alles andere verkörpert die Ganga Reinheit.
Dementsprechend dient Gangeswasser in vielen Riten zur materiellen und spirituellen Reinigung.


Gebet aus dem Epos Ramayana:
O Mutter Ganga!
Du bist der Halsschmuck auf dem Kleid der Erde.
Du bist es, durch die man den Himmel erreicht.
O Bhagirathi! Ich bitte dich, möge mein Körper vergehen, nachdem er an Deinen Ufern gelebt und dein reines Wasser getrunken hat; nachdem ihn Deine Wellen geschaukelt und er Deines Namens gedacht hat. 


Anmerkung: Bhagirathi ist der Gott, der die Ganga aus der spirituellen Welt auf die Erde gebracht hat.


Gautama

Siddhartha Gautama, der Name des (>) Buddha und als solcher der Begründer des (>) Buddhismus.

Gayatri Mantra

Das Gayatri-Mantra ist der Heiligste Vers des Rigveda und wendet sich an die Sonne, als Beleberin und Inspirierer aller Wesen; und an die höchste Intelligenz, die Quelle allen Lichts, mit der Bitte, die begrenzte Intelligenz des Individuums zu beleben, zu nähren und zu inspirieren.

 

Dieses überaus populäre Mantra, laut Tradition die „Mutter der Veden“, ist für viele Hindus das tägliche Gebet, das sich jedoch nicht an eine personale Gottheit wendet, sondern an die Sonne als sichtbare Repräsentation des Höchsten. Neben der Lobpreisung enthält es die Bitte um geistige Erleuchtung.

 

Die Wirkungen des Gayatri-Mantra sind Reinigung und Harmonisierung des Körpers, der Seele und des Geistes. Es aktiviert die linke und rechte Hemisphäre, baut negative Emotionen ab und setzt positive frei, und unterstützt die ganzheitliche Heilung sowie das spirituelle Wachstum in jeder Hinsicht.
Der Praktizierende erlangt dadurch ganzheitliches Bewusstsein.

Om bhūr bhuva sva

  tát savitúr váren i ya

  bhárgo devásya dhīmahi

  dhíyo yó na pracodáyāt


Ghats

Ghat nennt man in Indien eine zu einem Gewässer hinunter führende Treppe. Neben vielfachen Verwendungsmöglichkeiten sind sie häufig wichtige Badestellen für rituelle Waschungen der Hindus. Berühmt wegen ihrer Ghats am Ganges ist die heilige Stadt Varanasi. Ghats gehören zum Stadtbild vieler indischer Städte, die am Flussufer liegen.


Gheranda Samhita

eine der Urschriften über (>) Hatha-Yoga

Gita

Kurzform der (>) Bhagavad Gita


Guru

Guru ist religiöser Titel für einen spirituellen Lehrer (ein Ehrenwerter) im Hinduismus, im Sikhismus und im tantrischen Buddhismus.
Im esoterischen Sprachgebrauch ist der Guru ebenfalls ein spriritueller Lehrer oder Meister.
Der Lehrer ist für den Schüler unentbehrlich, für die Suche nach Wissen und dem Weg zur Erlösung. Bis heute hat der Titel in Indien seinen bedeutsamen Stellenwert behalten.


Guru Purnima / Gurupoornima

Das Fest der Fülle. Das Fest des Meisters.

Guru Purnima ist DER Tag im Monat Juli, an dem der Vollmond in seiner ganzen Fülle am Himmel steht. Er ist der hellste Vollmond des Jahres und der wichtigste aller Vollmonde. Er gilt in Indien als der Vollmond des Lehrers oder des Meisters - quasi ein indischer DDR-Lehrertag am 12.Juni :-)

 

Der ursprüngliche Name dieses Festtages war Vyasa Purnima, da an diesem Tag der weise Seher Vyasa geboren wurde. Vyasa (auch Vedavyasa) war ein mythischer Weiser und gilt als „Ordner der Vedischen Schriften“ und als Autor des Heldenepos Mahabharata.

 

Im Laufe der Zeit trat der Name Vyasa-Purnima in den Hintergrund. Heute wird dieser Festtag allgemein Guru-Purnima genannt.

Er ist einer der bedeutungsvollsten Festtage Indiens.

An diesem besonders gesegneten Tag erhalten spirituelle Aspiranten, Novizen und Schüler, ihre Weihe oder Erhebung.

 

In allen Kulturen wurden spirituelle Lehrer, Meister oder Mentoren respektvoll geachtet. Indien, als das Land der Veden und der yogischen Disziplinen, ehrt mit dem Guru Purnima-Fest, die Tradition der erleuchteten Lehrer, die dieses Land seit alters hervorgebracht hat.

Die Beziehung zwischen Meister und Schüler sollte sehr eng und innig sein. Sie besitzt eine übergeordnete Macht, die höher einzuschätzen ist als jede andere menschliche Beziehung. Sie geht weit über das bestehende Leben hinaus und verbindet unendliche Existenzen.

Der Meister bringt das Licht in die Dunkelheit (= Unwissenheit) des Schülers und entzündet in ihm, das Feuer der Weisheit.

Somit wird ein Guru auch als „Vertreiber der Dunkelheit“ bezeichnet, der selbst göttliche Erleuchtung besitzt.

 

Purnima bedeutet Vollmond und symbolisiert den Geist, der voller Freude ist. Es ist das, was gefüllt, was erfüllt ist.

Es gibt eine sehr enge Verbindung zwischen dem Mond und dem Geist des Menschen. In den Veden steht, der Geist sei mit dem Mond verbunden, die Augen aber mit der Sonne. Guru Purnima weist darauf hin, dass alles Dunkle und Böse aus dem Geist entfernt werden sollte.

 

In bestimmen Regionen wird zu Guru Purnima nicht eine bestimmte Person verehrt, sondern die (>) Shakti, die Göttliche Kraft.
Nur diese Kraft kann den Suchenden aus der Dunkelheit (Gu) zum Licht (Ru) führen.


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Das Gayatri-Mantra
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