Der Buchstabe K

 

Kaivalya/ Kaivalyum

höchste Bewusstseinsweise, z.B beim Sterben

Kama

Weltliche Sehnsüchte

Kanda

Ort der "schlafenden" Kundalini-Schlange
 

Karma

Tat, Schicksal, Ursache.
Karma
ist das kosmische Prinzip von Ursache und Wirkung. Jede Ursache hat eine Wirkung - Jede Wirkung eine Ursache.

Karma
kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "Rad". Das Karma zwingt uns, immer und immer wieder zu inkarnieren (wieder geboren zu werden), um die Probleme, die wir uns selbst geschaffen haben, endlich alle aufzulösen.
Dein heutiges Leben ist demnach das Produkt deiner Handlungen aus früheren Leben und Deine zukünftigen Leben kannst du durch deine Handlungen im jetzigen Leben beeinflussen. Je nachdem, ob du in deinem jetzigen Leben ethisch-moralisch gut oder weniger gut handelst, wirst du "höher" oder "tiefer" (Kaste) wieder geboren.
Jede neue Inkarnation ist eine neue Möglichkeit des Lernens, denn wir werden immer wieder mit den noch unbewältigten Themen IN UNS konfrontiert. Die Bewältigung bedeutet, dass man nicht vor den Problemen ausweicht, sondern sie annimmt und löst.

Wenn man die Lehre von der Wiedergeburt und dem Karma nicht anerkennt, kann man die Ungleichheit der Kasten untereinander, und das Elend unter der die Angehörigen der unteren Kasten oft leiden, nicht erklären.
 

Karma-Yoga

Karma Yoga ist der Yoga der Tat oder Handlung. Karma Yoga sieht das Leben und Schicksal als Chance. Ein wichtiger Teil ist der selbstlose Dienst.
Karma Yoga lehrt, dass unsere Taten uns entweder befreien und damit glücklicher machen oder uns versklaven und damit unglücklich machen können. Wir erleben somit die Ernte unseres Handelns (und Denkens), entweder in diesem oder im nächsten Leben.
Karma Yoga lehrt das uneigennützige Handeln ohne Blick auf den Verdienst der jeweiligen Handlung. Man soll ohne Absicht einfach gut handeln.

Karma Yoga lehrt, um der Sache willen zu arbeiten. Arbeit ist für den Praktiker des Karma Yoga Gottesdienst. Jede Arbeit wird zu einer Opfergabe an Gott.
In diesem Sinne ist die Erlösung vom Tun nur durch das Tun, nicht aber durch das Nicht-Tun möglich.


Kaste/Kastensystem/Kastenwesen

Das Kastensystem in Indien basiert auf der alten Tradition der Aryas.
Die Kastenzugehörigkeit des Individuums wird durch die Geburt bestimmt (karmisches Prinzip), wobei Ein- oder Austritt theoretisch nicht möglich sind.
Man unterteilt in
vier Hauptkasten (Varna). Varna ist Sanskrit und bedeutet wörtlich „Klasse, Stand, Farbe“:

1. Brahmanen
(traditionell die Priester, die intellektuelle Elite, 
    Ausleger der Heiligen Schriften, Gelehrte, Juristen, Ratgeber)

2. Kshatriyas (traditionell Krieger und Könige, Fürsten, Kämpfer,
    Verwalter, höhere Beamte)
3. Vaishyas
(traditionell Händler, Handwerker, Kaufleute, Grundbesitzer,
    Landwirte)
4. Shudras
(traditionell Pachtbauern, Tagelöhner, Diener, ungelernte
    Hilskräfte)


Darunter stehen die Paria, die "Unberührbaren", die Kastenlosen. Traditionell nimmt man an, dass mit dem Begriff Varna die Hautfarbe gemeint war: je höher die Kaste, desto heller die Haut, worin sich die Rassenzugehörigkeit verschiedener Einwanderer- bzw. Erobererwellen widerspiegele.

Die Mitglieder der höheren Kasten genossen jedoch nicht nur Privilegien, sondern hatten auch Pflichten (Dharma). Je höher die Stellung eines Menschen im Kastenwesen, desto größer sind seine Verpflichtungen gegenüber Angehörigen der niederen Kasten und umso strenger ist für ihn das Gebot des Verzichts auf persönliches Glück.

Im Rig-Veda finden wir in der Purushasukta-Hymne nicht nur die früheste historische Quelle, sondern auch den einzigen Hinweis auf die vier Kasten (Varnas):
Als sie den Purusha (Ur-Wesen) zerlegten, in wie viele Teile teilten sie ihn? Wie nannten sie seinen Mund, wie seine Arme, wie seine Schenkel, wie seine Füße? Sein Mund wurde zum Brahmanen, seine beiden Arme zum Krieger (Rajanya), seine beiden Schenkel zum Vaishya, aus seinen Füßen entstand der Shudra. (Rig Veda 10,90,11:12)

Die Aufhebung des Kastenwesen wurde 1947, mit der Unabhängigkeit Indiens, in der Verfassung verankert. In Indien sind heute alle durch das Kastenwesen bedingten Benachteiligungen gesetzlich verboten. Trotzdem ist das Kastenwesen aus dem praktischen Leben nicht völlig verschwunden und auch gar nicht weg zudenken, da es auch heute noch wichtige soziale Aufgaben erfüllt. So zum Beispiel in gewisser Weise die Funktion eines Sozialversicherungssystems, das in der kulturellen und sozialen Tradition verankert ist, oder es garantiert das Überleben der Familie bei Arbeitslosigkeit und Krankheit.


Nepal Lodh - Begegnungen mit der Hindu-Lehre

Kirtan/ Kirtana

lautes gemeinsames Singen der Heiligen Namen Gottes mit rhythmischer Begleitung; Lobgesang

Klesha

Hindernis zur Befreiung, ein Leiden des Gesites. Im (>) YogaSutra beschreibt (>) Patanjali 5 Kleshas (die (>) fünfache Wurzel des Leidens):
(>) Avidya - Unwissenheit
(>) Asmita - Identifikation mit dem Ego
(>) Raga - Falsche Anhänglichkeit an Werte
(>) Dvesa - Abneigung, Hass, Fehleinschätzung
(>) Abinivesha - Angst vor dem Sterben

Krishna

eine Inkarnation Vishnus; gilt als eine historische Persönlichkeit

Kriya Yoga

Kriya = Handlung, Ritus, Reinigung. Yoga der Askese und der Heiligen Handlungen. Er meint das Studium der Heiligen Schriften. Nach Patanjali hat der Kriya Yoga zum Ziel, Klesas (Ursachen unheilsamen Tuns und Denkens) zu schwächen und Samadhi herbeizuführen.

Auszug aus Merkspruch 3.1.: Die Festigung des Leibes, ... das Versenken der Aufmerksamkeit in die Heiligen Schriften .... und die schöpferisch tätige Hingabe an die Allgegenwart des Einen, ... macht den Yoga des heiligen Tuns.
U
nd Auszug aus MS 3.2.: Yoga ist eine Kunst, ... ein Tun, das mit Worten nicht beschrieben werden kann. Was wir im Yoga üben sollen, ist die Geist-Kultur des Menschen als Fortsetzung der Gott-Natur. Dieser Weg ist unendlich und führt in die Unendlichkeit. Die Natur Gottes ist die Kultur des Menschen.

Kumbhaka

Atemtechnik des (>) Pranayama, bei der der Atem angehalten wird.
(>) Antara-Kumbhaka: volle Lunge
(>) Bahya-Kumbhaka: leere Lunge
Kumbh: Wassertopf, Krug, Kelch. Weil das Leeren und das Füllen der Lunge, mit einem leeren bzw. vollem Krug verglichen wird.


Kumbh-Mela/ Kumba-Mela

Kumbh (Krug) und Mela (Fest) ist ein Pilgerfest mit besonderem Rhythmus. Es gilt als das größte religiöse Fest der Welt. Die Kumbh Mela findet alle zwölf Jahre, nach einem gewissen astronomischen Zyklus (dem Stand des Jupiters um die Sonne) in den indischen Städten Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik statt.

Es gibt 5 verschiedene Arten: die Feste finden in einem 3-Jahres-, 6-Jahres-, 12-Jahres- bzw. 144-Jahres-Rhythms statt. Die eigentlichen Riten sind eher unspektakulär. Sie bestehen hauptsächlich aus rituellen Bädern in heiligen Wassern zu einer besonders günstigen Zeit.
So badeten am Hauptbadetag (dem Neumondtag im Januar), in Allahabad öffentlich geschätzte 30 Millionen Pilger am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna. Was die Kumbh Mela so besonders macht, ist die unglaubliche Anzahl an Pilgern. Kleinere Kumbh Melas ziehen 2-3 Mio Pilger an, richtig große wie die von 2001 in Allahabad, locker 90 Millionen!!! Auf den Kumbh Melas treffen sich Swamis, Sadhus, Asketen, Philosophen, Bettler, andere malerische Gestalten sowie jede Menge Schaulustige:
  • Nagas: nackte und mit Asche eingeriebene Sadhus
  • Urdhwavahurs: Sadhus, die besonders strenge körperliche Askese pflegen
  • Parivajakas: Sadhus unter Schweigegelübde mit kleinen Glöckchen, um auf sich aufmerksam zu machen
  • Shirshasins: Sadhus, die sich nie hinsetzen, sondern 24 Stunden am Tag stehen, sie schlafen ebenfalls angelehnt im Stehen, Meditationen im stundenlangen Kopfstand werden ebenfalls gepflegt
  • Kalpvasis: Sadhus, die den ganzen Monat meditierend und badend am Fluß verbringen
Die Kumbh Mela ist ein uraltes Ritual. Die älteste schriftliche Erwähnung findet sich in chinesischen Aufzeichnungen aus dem Jahr 644. Sie ist von Reisenden die dem Fest beiwohnten.
Zur Bezeichnung der einzelnen Kumbh Melas:
  • Die Purna (vollständig, ganz) Kumbh Mela ist die alle 12 Jahre stattfindende Kumbh Mela in Allahabad und Haridwar, die nächste wird 2013 in Allahabad sein
  • Simhastha Kumbh Mela wird die alle 12 Jahre stattfindende Kumbh Mela in Ujjain und Nasik genannt. Vom Typ her ist es eine Purna Kumbh Mela.
  • Die eigentliche Maha (Groß) Kumbh Mela ist die Vollendung von 12 Purna Kumbh Melas in Allahabad, sie findet nur alle 144 Jahre in Allahabad statt (12x 12 Jahre).
  • 6 Jahre nach einer Purna Kumbh Mela bzw. Maha Kumbh Mela ist zusätzlich eine Ardha (die Hälfte) Kumbha, also immer bei „Halbzeit“ der „vollen“ Kumbh Mela, und zwar gilt das für jede der vier Städte.
  • Dazu gibt es noch in Allahabad eine jährliche Magh (ein Monat im hinduistischen Mondkalender) Mela, eine Art Mini-Mela. Sie zieht „nur“ 2-3 Mio. Gläubige an.

Kundalini/ Kundalini-Schlange

Kundal heißt "die Locke im Haar der Geliebten" und meint die verborgene "Schlangen-Kraft", die aufgerollt ("geringelt") an der Basis der Wirbelsäule (im Muladhara-Chakra) ruht.
In der Hatha-Yoga-Pratipika lesen wir: "Wenn die schlummernde Kundalini erweckt wird, so werden von ihr alle Chakren und Granthis (Knoten) durchstoßen. Prana kann dann frei durch die "Königspassage" (sushumna) fließen und der Geist wird befreit und der Tod wird außer Kraft gesetzt".

Wird Kundalini erweckt, so erhebt sie sich durch die sechs Chakras und erreicht Sahasrara-Chakra über dem Scheitelpunkt des Kopfes, den "tausendblättrigen Lotus".
Verbunden mit dem Aufstieg der Kundalini sind eine Reihe von körperlichen Phänomenen (innere Klänge und Töne, aufsteigende Hitze oder Licht, krabbelnde Ameisen in der Wirbelsäule) verbunden. 

Kundalini-Yoga

Kundalini-Yoga ist eine spezielle Yoga-Praxis, die Ende der 1960er Jahre von Yogi Bhajan im Westen verbreitet wurde. Er verband sie mit dem Sikhismus.

Das Ziel des Kundalini-Yoga ist die Erweckung der Kundalini und ihr Aufsteigen durch die Chakren ins oberste Chakra, um Erleuchtung zu erfahren. Der Prozess der yogischen Praxis soll dazu dienen, die Nadis und die Chakren zu reinigen und letztere zu öffnen, damit die aufsteigende Kundalini nicht blockiert wird. Das Aufsteigen der Kundalini führt schließlich zu Samadhi und Mukti.


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