Der Buchstabe S

 

Sacharow, Boris

Boris Sacharow ist der moderne Wiedererwecker des Hatha-Yoga und der Meditation. Er wurde 1899 in Odessa am Schwarzen Meer geboren.

Sacharow war Schüler von Swami Sivananda Saraswati. Von diesem erhielt er 1947 das Diplom der Divine-Life-Society und den Titel Yogiraj.


Sacharow wehrte sich, wie sein persönlich bestellter Nachfolger, Sigmund Feuerabendt, gegen die buddhistischen Verzerrung des Yoga und dessen sektiererische Verfälschungen. Dogmatisierung und Dschungel-Fakirismus lehnte er ab. Es ging ihm um den philosophischen und den allgemeingültig-wissenschaftlichen Kern des Yoga, den es wieder "freizuschälen" gilt.
 
Noch heute verwenden wir die von Sacharow aus dem Sanskrit ins Deutsche übersetzten Asana-Bezeichnungen (zB. Großer Katzenbuckel, Kleine Schildkröte, etc). Sacharow verfaßte etliche Bücher:

Die 12 Lehrbriefe zum Yoga

Das große Geheimnis

Die Öffnung des dritten Auges

Yoga aus dem Urquell u.a


Sacharow verunglückte am 6. Oktober 1959 bei einem Auto-Unfall tödlich. Sein Grab befindet sich in Bayreuth auf dem Stadtfriedhof.


Sadhaka

Ein Suchender und Schüler, der sich in (>) Sadhana übt.

Sadhana

Suche, spirituelle Praxis, Übung, Methode. Nach der Lehre der meisten Yoga-Meister ist eine bewusst befolgte Yogapraxis notwendig, um das Ziel des Samadhi und der Gottverwirklichung zu erreichen.
Die (>) Shiva-Samhita erwähnt verschiedene Zeiträume die ein (>) Sadhaka braucht, um Erfolge zu erzielen.
Im Gegensatz dazu legt (>) Patanjali nirgens eine Zeit fest, die nötig ist für die Vereinigung der individuellen Seele mit der universalen göttlichen Seele.

Sahasrara

Das siebte oder Kronenchakra (der 1000-blättrige Lotus), verbunden mit der Zirbeldrüse. Bewusstseinszentrum für die Einstimmung auf kosmische Rhythmen, Inspiration, die innere Stimme.

Samadhi

Die achte Sufe des 8-stufigen Pfades des Patanjali. Enstase/ Exstase. Zustand der höchsten Versenkung und vollkommenen Entspannung, der die Unendlichkeit des ganzen Universums erleben lässt. Das Einssein mit dem Göttlichen. Das Erreichen dieser Stufe wird gleich gesetzt, mit Erleuchtet sein.


Samaveda

Die Samaveda ("Wissen von den Gesängen") ist einer der vier Veden, der heiligen Texte des Hinduismus. Die Samaveda enthält Versteile, die überwiegend der Rigveda entnommen wurden. Die Samaveda wurde von Sängern (Udgatri) verwendet, die die Hymnen als zeremoniellen Gesang zu vedischen Opferritualen wiedergaben.


Sangha

Sangha (auch: saṃgha) kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Versammlung, Gemeinschaft oder Gemeinde und meint eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, die sich zusammenfinden, um gemeinsam spirituell-geistigen und/oder körperlichen Praktiken nachzugehen: Kirtan, Mantren-Singen, Yoga, Meditation, etc.

 

Im Hinduismus und Buddhismus werden, abhängig von jeweiligen Traditionen und Lehrrichtungen damit entweder

- die Praktizierenden im Allgemeinen gemeint,

- oder speziell Angehörige eines Ordens oder eines Konvents,

wie z.B. Mönche (bhikshu) oder Nonnen (bhikkhuni)

 

Die Mitglieder einer Sangha nennen sich Sannyasin (auch saṃnyāsin).

Sannyasin kommt aus dem Sanskrit und ist eine Ableitung von

saṃyāsa = Aufgeben, Entsagung.

Ein Sannyasin ist demnach eine/einer, die/der der Welt entsagt:

ein Mönch, Entsager, Asket, ein Gott Geweihter; ein Mensch im Lebensstadium Ashrama (= Einsiedelei) des Sannyasa (des vierten Abschnittes im Leben eines Brahmanen).

 

Im vierten und letzten Lebensabschnitt (Sannyasa) eines Menschen (im Hinduismus um 75), entsagt der Mensch der Welt und lebt in völliger Besitzlosigkeit.

Sein ganzes Streben ist auf Moksha (die Befreiung) gerichtet.

Einer Befreiung aus dem Karma und dem Kreislauf der Wiedergeburten, hin zu einer Vereinigung mit dem höchsten Gott (BRAHMAN); der das alles durchdringende, göttliche, namenlose, formlose, ewig absolute und das allem innewohnenden Prinzip symbolisiert.

 

Manche umherwandernden Sannyasins begnügen sich mit irgendeinem Platz in der Nähe eines Tempels; andere leben in Höhlen oder sind völlig heimatlos auf ständiger Wanderschaft. Sie sind Bettler (bhiksha), sowie streng asketisch lebende Mönche (sadhu).

 

Nach hinduistischer Ethik beginnt um ein Alter von 75 der letzte Lebensabschnitt. Das Praktizieren dieses Abschnittes vollendet das ideale Lebens eines Hindu.

Das Ideal besagt: Im letzten Stadium des Lebens ist es angemessen, sich von allem Weltlichen zu lösen und sich heimatlos, von milden Gaben zu ernähren und sich der Suche nach Erlösung zu widmen.

Ein besonders asketisch und ungebunden lebender hinduistischer Mönch wird Sadhu genannt. Im allgemeinen tragen Sannyasins und Sadhus traditionell orangefarbene Gewänder, die sie als solche kennzeichnen.

 

Jede Religion hat solche Gruppen von Einsiedlern, die ein Leben in Rückzug und Meditation führen. Die Glorie einer Religion ist absolut verloren, wenn diese Einsiedler oder die, die ein Leben in Abkehr und göttlicher Kontemplation führen, wegfallen.

Es sind diese Menschen, die die Religionen der Welt aufrecht erhalten.
Es sind diese Menschen, die den Mitmenschen Trost bringen, wenn sie Kummer und Sorgen haben.
Sie sind die Vorboten göttlicher Weisheit und Frieden.
Sie sind die Überbringer heiligen Wissens und himmlischer Botschaften.

Sanskrit

Sanskrit (von sam „zusammen“ und kṛta „gemacht“, wörtl.: „zusammengefügt“ "verfeinert", "veredelt"), bezeichnet die verschiedenen Formen des Alt-Indischen und ist die Sprache der Heiligen Schriften des Hinduismus und der Quellentexte des Yoga (z.B. Veden, Bhagavadgita, Yoga-Sutra, Hathayogapratipika).


Für Indien spielt Sanskrit eine ähnliche Rolle wie das Latein für Europa. Sie ist die klassische Sprache der Brahmanen. Es ist heute eine Sprache, die zwar nur von einer kleinen Anzahl Muttersprachlern gesprochen wird, aber immer noch die heilige Sprache der Hindus ist, da alle religiösen Schriften von den Veden, Upanishaden u.a. auf Sanskrit verfasst wurden und häufig auch so vorgetragen werden. Auch für religiöse Rituale wie Gottesdienste, Hochzeiten und Totenrituale ist sie noch heute unerlässlich.


Sanskrit ist in der Form des Vedischen die älteste der Indoarischen Sprachen. Aus ihm entstanden Sprachen wie Hindi, Urdu, Bengalisch, Marathi, Kashmiri, Panjabi, Nepalesisch und Romani. In den meisten Schulen der Sekundarstufe im modernen Indien wird Sanskrit als dritte Sprache nach Hindi und Englisch gelehrt.


In der Yoga-Literatur werden die Asanas oft mit ihren Original-Sanskrit-Bezeichnungen aufgeführt. Viele Sanskrit-Begriffe wurden aufgrund ihrer spezifischen, kaum übersetzbaren Inhalte in das Fachvokabular westlicher Sprachen übernommen. Beispiele für Sanskrit-Lehnwörter im Deutschen: Arier, Asana, Ashram, Avatar, Bhagwan, Chakra, Guru, Karma, Kundalini, Mandala, Mantra, Nirvana, Pranayama, Swastika, Tantra, Yoga.


Sat-cit-ananda

Sein-Geist-Seligkeit; Sat = ewige, zeitlose Existenz, cit = unbegrenztes Bewusstsein, ananda = Glückseligkeit; als Synomym für das oberste Bewusstsein


Shakti

Urkraft, weibliche Kraft


Shiva

Der Gütige, Freundliche. Einer der drei Hauptgötter der Trimurti. Gilt als der Zerstörer der Welt, das zerstörerische Prinzip - denn ohne Zerstörung kann nichts neues entstehen.

Shiva gilt als Gott des Yoga, denn er höchstpersönlich soll alle Asana erfunden haben, und zwar genau 8.400.00. Ihre Anzahl entspricht derjenigen der Lebewesen auf der Erde.


Shiva-Samhita

Neben der (>) Hathayogapradipika und der (>) Gheranda-Samhita, eine der drei wichtigsten Ur-Schriften und Grundlagentexte des Yoga.


Shraddha

Glaube

Siddhis

Die übernatürlichen Fähigkeiten, die Patanjali im Yoga-Sutra beschreibt. Es meint jene Kräfte, die einige Yogis im Laufe ihrer spirituellen Praxis erwerben: Hellsichtigkeit, Hell-Hören und -Riechen aber auch Levitation (Schweben), Materialisierung (sich auflösen und wieder erscheinen), Bilokation (gleichzeitiges Erscheinen an zwei verschiedenen Orten), Ätherreisen, Telepathie etc.

Aus der Sicht der Yogis sind diese Fähigkeiten nicht notwendigerweise "übernatürlich" oder "paranormal", sondern Gesetzmäßigkeiten anderer Bewusstseinsebenen, zu denen sie Zugang haben.
 

Sikhs/ Sikhismus

Eine Religionsgemeinschaft in Indien, welcher über 20 Mio. Menschen angehören. Nach dem Christentum, Islam, Hinduismus und dem Buddhismus, zählt sie zur fünft größten organisierten Religion der Welt. Sie wurde von Guru Nanak (geb. 1469) in der 2. Hälfte des 15. Jht. gegründet. Die Sikhs sahen sich zu keiner der damals dominierenden religiösen Bewegungen zugehörig (Hindus, Muslime, Jains, Yogis etc.). Sikhi ist dem Selbstverständnis ihrer Gründer und Anhänger nach weder eine hinduistische Abspaltung bzw. Reformbewegung noch ein Synkretismus aus Hinduismus und Islam. Vielmehr handelt es sich demnach um einen religionsübergreifenden Lebensweg, der sich nicht an dogmatischen Grenzen, sondern an gelebter Weisheit orientiert.


Der Sikhismus ist durch folgenden Merkmale gekennzeichnet:

- der Glaube an nur einen Gott

- Götzentum gibt es nicht

- eine Taufe gibt es erst im fortgeschrittenen Alter
- das Kastensystem des Hinduismus existiert nicht

- es existieren keine Pilgerungen, wie etwa zum Heiligen Ganges bei Hindus

Das heilige Buch ist das Guru Granath Sahib; in diesem sind die Aufschriften der 10 Sikh-Gurus festgehalten, sowie hinduistische und islamische Lehren.
Im Guru Granth Sahib wird durchgängig über eine grundsätzliche menschliche Haltung dem Leben gegenüber gesprochen und nicht über abstrakte Glaubensinhalte, philosophische Fragen oder Spekulationen darüber, was nach dem Tode sein wird. Die Schriften betonen, dass Spiritualität auf gelebter Erfahrung in der Gegenwart basiert. Die Lehren des Guru Granth Sahib richten sich daher an alle Menschen, ungeachtet ihrer Religion oder sozialen bzw. regionalen Herkunft. Sikhi legt großen Wert auf Menschlichkeit und religionsübergreifenden Respekt. So wird zum Beispiel im Abschlussgebet der Sikhs für das Wohl der gesamten Schöpfung gebetet. Den Gebeten in den Gebetsstätten (Gurdwara) der Sikhs darf jeder Mensch, ungeachtet seiner Herkunft und Religion beiwohnen.

Im allgemeinen erkennt man die Sikhs recht gut, insbesondere wenn sie ihre farbenprächtige Kleidung stolz tragen.
Die Erkennungsmerkmale der Sikhs sind vor allem:

- Schwert zur Verteidigung der Schwachen (kirtipan)

- langes, ungeschnittenes Haar als Symbol der Heiligheit (kesha)

- das Zusammenbinden der Haares zu einem Knoten auf dem Sahasrara-Chakra

- das Verhüllen des Haares mit einem Turban

- kurze Hosen als Symbol für Schnelligkeit (kuchha)

- metallener Armreifen als Symbol für Entschlossenheit (kara)

- ein Kamm aus Holz oder Elfenbein als Symbol für Sauberkeit (kangha)

- Die mantrische Sprache der Sikhs und des Kundalini-Yoga ist Gurmukhi


Bekannt sind die Sikhs nicht zuletzt durch ihre Nächsenliebe und Gastfreundschaft. Im allgemeinen gehören die Sikhs der mittleren und oberen sozialen Schicht an. Der Sikhismus ist eine gegenwartsbezogene Lebensführung mit Gottbewusstsein. Dogmen, Rituale, Esoterik und Aberglauben sind dem ursprünglichen Wesen dieser Lebensführung fremd. Einsichten:
- Vertrauen in die Schöpfung
- Lebenslange spirituelle Entwicklung
- Gotteshingabe durch Dienst an Mitmenschen
- Wichtigkeit von Weisheit, offener Diskussion sowie kritischer Reflexion
- Gleichberechtigung von Frau und Mann 

- Sikhs tragen als Ausdruck von Gleichberechtigung gemeinsame Nachnamen

- Sikh-Frauen tragen den Nachnamen Kaur (Prinzessin)

- Sikh-Männer tragen den Nachnamen Singh (Löwe)

- Harmonie von Wissen und Religion
- Ablehnung sozialer Vorurteile (wie Rassismus, Ethnozentrismus, Kastendenken)
- Konzentration auf innere und äußere Stimmigkeit
- Gotterfüllte Gedanken, Taten und Worte


Seit langem ist ein besonderer Brennpunkt fuer die Sikhs der Kampf um einen unabhängigen, eigenständigen Staat. Er soll Khalistan heißen, und er sorgt immer wieder für Brennstoff mit der indischen Regierung.


Sivananda, Swami Saraswati 

Sivananda (1887-1963) entstammte ursprünglich einer orthodoxen Brahmanenfamilie. Nach jahrelanger Tätigkeit als Arzt in Malaysia widmete er sein Leben dem Yoga und dessen Verbreitung. 1923 verließ er Malaysia um eine ausgedehnte Pilgerreise in Indien zu unternehmen. Nach einem Aufenthalt in Varanasi brach er nach Rishikesh auf, wo er seinen Guru Swami Vishwananda Saraswati traf. Durch diesen erhielt Sivananda seine Initiation als Sannyasin in den hinduistischen Orden.


1936 gründete er den Sivananda-Ashram in Rishikesh. In über 200 Büchern beschäftigte er sich mit den Lehren des Yoga und des Vedanta. Er lehrte den „Yoga der Synthese“, der Hatha-Yoga und Raja-Yoga, Jnana-Yoga, Karma-Yoga und Bhakti-Yoga vereint.


Zu seinen Schülern zählen u.a. Swami Vishndevananda, der zu den Pionieren des Yogas im Westen zählt. Zu den europäischen Schülern, gehörten André van Lysebeth und Boris Sacharow.


Buchauswahl:

Die Kraft der Gedanken

Göttliche Erkenntnis

Hatha-Yoga - Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte

Sadhana - Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit


Sri

Sri ist ein Sanskrit-Wort. Es wird oft als ein Titel der Verehrung bestimmter Lehrer, Meister oder Gurus verwendet. Es bedeutet soviel wie "Der Licht ausstrahlt" oder "Der Licht verbreitet".

(siehe auch Swami)
Mit "Sri" oder "Shri" wird speziell auch die Göttin des Wohlstands bezeichnet.

Sushumna

Der größte (mittlere) feinstoffliche Nadi-Kanal der Wirbelsäule, aus dem alle Chakren entsringen und durch den die Kundalini-Energie transportiert wird.


Svadhistana-Chakra

Das zweite Chakra, verbunden mit den Geshlechtsdrüsen. Psychologische Entsprechung: Kreativität, Lust, Genuss, Sexualität


Swami

  Swami ist ein hinduistischer Ehrentitel und bedeutet „Meister“. Der Titel wird dem Namen vorangestellt und zeigt an, dass jemand in einem, meist religiösen oder spirituellen Bereich gelehrt ist. Viele angesehene Yogis und Gurus trugen den Titel.


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